Finanzen - rudikiesl.de

Finanzindustrie Girokonto für Jedermann - Begehrte Bürgerkonten

Schätzungen zufolge haben in Deutschland etwa 670.000 Menschen noch immer kein Bankkonto. Die EU-Kommission will das ändern und einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto einführen. Die Sparkassen bietet ein solches Konto schon an - mit großem Erfolg:Kunde am Geldautomat: In Deutschland haben 670.000 Menschen kein Bankkonto

 
Das neue Sparkassen-Girokonto für einkommensschwache Bürger stößt offenbar auf großes Interesse. Seit dem Start im vergangenen Oktober wurden etwa 80.000 Bürgerkonten eingerichtet. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der SPD hervor, die derSüddeutschen Zeitung vorliegt.
 
Das Ministerium beruft sich dabei auf Schätzungen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. "Die große Zahl der bisher eingerichteten Basiskonten zeigt den enormen Bedarf für viele Menschen, die bisher unfreiwillig kein Girokonto bei ihrer Bank bekamen", sagt der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling.
 
Nach Schätzungen der EU-Kommission haben in Deutschland 670.000 Menschen, die älter als 15 Jahre sind, kein Bankkonto. Die Banken verweigern es ihnen, weil sie beispielsweise Insolvenz angemeldet haben oder bei der Schufa mehrere negative Meldungen über sie gespeichert sind.
 
Kunden mit schlechter Kredit-Historie bringen kein Geld
Zwar hat die Deutsche Kreditwirtschaft schon 1995 empfohlen, dass jede Bank ein "Girokonto für Jedermann" anbietet, also ein Konto, das nur auf Guthabenbasis geführt wird. Doch halten sich die Institute daran nicht. Weil Kunden mit einer schlechten Kredit-Historie kein Geld bringen, haben Banken kaum Interesse an ihnen.   mehr ...
 

Weiteres Handelsblatt: "Ratenkredite - Der Null-Prozent-Wahn."

Appell unterzeichnen gegen die Auswüchse der Steuerflucht!

Steuer / SchwarzgeldCampact: "Steuerflucht in Europa: Die Luft wird dünner"

 

Es bewegt sich etwas in Europa – sehr, sehr langsam. Die EU-Finanzminister/innen haben der Kommission gestern geschlossen ein Mandat erteilt, mit der Schweiz und anderen Drittstaaten erweiterte Steuerabkommen zu verhandeln. Bislang hatten dies Österreich und Luxemburg verhindert. Innerhalb der EU blockieren diese beiden Länder schärfere Regeln jedoch auch weiterhin:

Campact-Aktive setzen sich bereits seit 2011 für mehr Transparenz und Steuergerechtigkeit ein (Aktion gegen Steueramnestie-Abkommen mit der Schweiz im August 2011)

Seit 2008 liegt die Reform der EU-Zinsrichtlinie brach. Die Richtlinie sieht im Grundsatz vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten sich gegenseitig automatisch über Zinseinkünfte auf Auslandskonten von EU-Bürger/innen informieren. Mit einigen Ausnahmen: Seit jeher verteidigen Österreich und Luxemburg ihr Bankgeheimnis mit Zähnen und Klauen – bislang mit Erfolg. Statt Informationsmitteilungen zu verschicken dürfen sie eine Quellensteuer auf Zinseinkünfte erheben und anonym an die Heimatländer der Steuerpflichtigen übermitteln. Auch mit der Schweiz, Monaco, Liechtenstein, San Marino und Andorra hat die EU analoge Abkommen geschlossen, weshalb diese Länder ebenfalls Quellensteuern auf die Zinseinkünfte von EU-Bürger/innen einsammeln.   mehr ...

 


Bankenkrise

Soffin: Bankenrettungsfonds schreibt erstmals Gewinn

Die Rettung seiner Banken war für Deutschland im vergangenen Jahr ein lohnendes Geschäft: Der entsprechende Fonds Soffin hat 2012 einen Gewinn von 580 Millionen Euro gemacht. Allerdings sind seit der Gründung bereits Verluste von mehr als 20 Milliarden Euro aufgelaufen:

Schild an Soffin-Zentrale in Frankfurt am Main: 580 Millionen Euro Plus im Jahr 2012
dpa

Schild an Soffin-Zentrale in Frankfurt am Main: 580 Millionen Euro Plus im Jahr 2012

So etwas nennt man wohl eine erhebliche Ergebnisverbesserung: Der Bankenrettungsfonds Soffin hat im Jahr 2012 einen Überschuss von 580 Millionen Euro erzielt - nach einem Verlust von 13,1 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Vor allem der Schuldenschnitt für Griechenland hatte damals das tiefe Loch gerissen.

Damit hat Deutschland zum ersten Mal mit der Rettung seiner Banken einen Gewinn gemacht. Zudem gaben die Institute während des Jahres fast 87 Prozent ihrer staatlichen Garantien zurück - anders ausgedrückt bürgte der Staat Ende 2012 also nur noch für 3,7 Milliarden Euro, also 13 Prozent der Summe, für die er noch Anfang des Jahres einstand.

Die Entspannung bei der Finanzlage der deutschen Banken habe 2012 "maßgeblich zu einem Rückgang der vom Steuerzahler zu tragenden Risiken geführt", sagte Soffin-Chef Christopher Pleister. Rückstellungen, etwa für Altlasten der Hypo Real Estate (HRE) konnten teilweise aufgelöst werden.   mehr ...

 

Wirtschaftswoche: "Banken sollen sich aufspalten."
Spiegel: "Blitz-Stresstest - Deutschen Banken droht Milliarden-Kapitallücke."
Wirtschaftswoche: "
Bankenregulierung - Finanzlobby holt zum Gegenschlag aus."
Campact: "
EU-Gipfel scheut vor Bankenregulierung zurück ."
Spiegel: "
Euro-Gipfel - Jetzt müssen die Banken bluten ."
SZ: "
Bankenregulierung - Wie die Finanzlobby Politik macht ."
SZ: "
Großbanken stemmen sich gegen die Krise ."
SZ: "
Wie die Banken in die Krise geraten sind - und was ihnen bevorsteht ."
Spiegel: "
Barroso fordert dicke Pleitepolster für Banken ."
Spiegel: "
Banken-Rettung - Asmussen fordert verpflichtende Kapitalspritzen ."
SZ: "
Bankenkrise in Europa - Wer kommt als Nächstes dran? ."
Zeit: "
Die Bankenrettung ist ein Fehler ."
Spiegel: "
Dexia-Rettung - Belgien verstaatlicht Krisenbank ."
Spiegel: "
Banker-Lehren aus der Lehman-Pleite - Das bisschen Ethik macht sich von allein ."
Spiegel: "
Börsenturbulenzen - Aktienhändler riskieren mehr als Psychopathen ."
FTD: "
Kursverfall einer Aktie: "Wenn die Schurken-Händler zuschlagen" ."
Handelsblatt: "
Banken wettern gegen strenge BaFin-Kontrollen ."
FAZ: "
England spaltet Banken auf ."
Spiegel: "
Banken auf Sparkurs - Geldgiganten schlittern in die Jobkrise ."
FTD: "
HypoVereinsbank streicht 700 Stellen ."

Banken / Politik Warmer Regen für US-Regierung - Fannie Mae zahlt Milliarden-Dividende

Der Immobilienfinanzierer Fannie Mae scheint seine Krise überwunden zu haben. Das Unternehmen streicht einen milliardenschweren Rekordgewinn ein - was nun dem US-Finanzministerium zugute kommt:

Vor wenigen Jahren hätte Fannie Mae fast das Finanzsystem in den Abgrund gerissen.

Der in der Finanzkrise verstaatlichte US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae beschert dem Staat einen Geldregen. Nach einem Rekordgewinn im ersten Quartal überweist Fannie Mae dem US-Finanzministerium eine Dividende in Höhe von 59,4 Milliarden Dollar. Wie der Konzern bekanntgab, belief sich der Überschuss in den ersten drei Monaten auf 58,7 Milliarden Dollar nach 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Ein Großteil kam durch eine Gutschrift im Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen im Umfang von fast 51 Milliarden Dollar zu Stande. Auch ohne diese Wertberichtigung liefen die Geschäfte von Fannie Mae gut. Dank des Aufschwungs auf dem Immobilienmarkt stieg der Vorsteuergewinn auf 8,1 Milliarden Dollar.   mehr ...

Attac: "EU-Regierungen schützen Steuertricks der Banken: Attac unterstützt Initiative des EU-Parlaments für mehr Transparenz im Bankensektor."

Managergehälter

Kabinett beschließt Kontrollrechte für Aktionäre

Künftig sollen Aktionäre über Managergehälter entscheiden, nicht mehr die Aufsichtsräte: Die Bundesregierung hat eine Verschärfung des Aktienrechts beschlossen. Auch Höchstgrenzen für einzelne Spitzenkräfte sollen die Anteilseigner festlegen können:

Manager mit Aktentasche

Die Bundesregierung hat rasch auf den öffentlichen Druck reagiert: Aktionäre börsennotierter Unternehmen sollen künftig über die Vergütungen der Spitzenmanager abstimmen können. Das Kabinett hat am Mittwoch nach eine Reform des Aktienrechts verabschiedet. Demnach muss in Zukunft die Hauptversammlung die Gehaltsvorschläge des Aufsichtsrats für die Vorstandsmitglieder billigen. Bislang können Aktionäre nur über die Managergehälterabstimmen, wenn der Aufsichtsrat dies zulässt.

Dabei sollen die Anteilseigner nicht lediglich darüber abstimmen dürfen, wie viel alle Vorstandsmitglieder zusammen insgesamt verdienen sollen. Zudem müssen der Aktionärsversammlung die Angaben zu den höchstens erreichbaren individuellen Vergütungen für den Vorstandsvorsitzenden, seinen Vertreter und die einfachen Vorstandsmitglieder zur Entscheidung vorgelegt werden. Nun muss noch der Bundestag den Plänen der Regierungskoalition zustimmen.

Vorbild Schweiz

Anfang März hatte sich die Diskussion über die Angemessenheit von Managergehältern bei börsennotierten Unternehmen verschärft, nachdem die Bürger in der Schweiz die "Volksinitiative gegen die Abzockerei" gebilligt hatten. Damit gilt dort künftig, dass Aktionäre in der Hauptversammlung jedes Jahr neu über die Höhe der Managervergütungen von börsennotierten Firmen entscheiden sollen.   mehr ...


STEUERN Steuerschätzung: Drei Milliarden weniger Steuereinnahmen als erwartet

Ökonomen prognostizieren weniger Steuern für Bund und Länder in diesem Jahr. Finanzminister Schäuble lehnt Steuererhöhungen trotzdem ab:

Ehegattensplitting könnte zu einem zentralen Thema im Bundestagswahlkampf werden

Der Staat muss sich dieses Jahr auf etwas weniger Steuereinnahmen einstellen, als bisher veranschlagt. Im Unterschied zur Steuerschätzung vom vergangenen Oktober müssen Bund und Länder mit 2,8 Milliarden Euro weniger rechnen. Die Finanzminister von Bund und Ländern werden wahrscheinlich 615,2 Milliarden Euro in diesem Jahr einnehmen – so viel wie noch nie. Im kommenden Jahr werden es rund 639 Milliarden Euro sein. Das gab Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nach der Tagung des Arbeitskreises Steuerschätzung am Mittwoch in Berlin bekannt. Die Schätzung sei das Ergebnis einer "unaufgeregten und verlässlichen" Finanzpolitik, betonte er. 

Auch wenn die Steuereinnahmen leicht sinken, erteilte Schäuble möglichen Steuererhöhungen eine Absage. "Die rot-grünen Steuerpläne halte ich für falsch und schädlich", sagte er. Die wirtschaftliche Entwicklung dürfe man nicht ohne Not durch höhere Steuern gefährden. Deutschland verzeichne bereits einen leichten Anstieg der Steuerquote, da die Inlandsnachfrage anziehe und damit auch die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer steigen würden. Für Steuersenkungen sieht Schäuble allerdings auch keinen Gestaltungspielraum.   mehr ...

 


EU / EZB

Senkung des Leitzinses - EZB pokert auf dem Rücken der Sparer

Die Europäische Zentralbank will mit der Senkung des Leitzinses die Wirtschaft in weiten Teilen gebeutelten Europa ankurbeln. Doch das Ganze kann gerade in Deutschland auch negative Folgen haben:

Der Euroraum steckt weiterhin tief in der Rezession. Ein niedriger Leitzins soll Abhilfe schaffen.

Mit noch billigerem Geld stemmen sich Europas Währungshüter gegen die Rezession im Euroraum. Ob die Senkung des Leitzinses auf 0,5 Prozent den erhofften Effekt hat, ist umstritten. Sicher ist: Der Schritt birgt Risiken.

Die EZB macht das Geld im Euroraum noch billiger, weil der Leitzins auf seinem bisherigen Rekordtief von 0,75 Prozent nicht genügend Durchschlagskraft hatte. Der Euroraum steckt weiterhin tief in der Rezession. Zwar ist umstritten, ob der niedrigere Zins die Konjunktur spürbar antreiben kann. Aber die Notenbank signalisiere mit dem Schritt, dass sie "den Ernst der Lage erkannt habe", sagte Michael Krautzberger, Leiter des Teams für europäische Anleihen bei Blackrock, dem "Handelsblatt". Aus Sicht von Helaba-Ökonom Ulf Krauss sind die Vorteile einer Zinssenkung eher psychologischer Natur: "Vielleicht reicht ja ein kleiner Flügelschlag der Geldpolitik aus, um der zuletzt gedrückten Stimmung bei den Unternehmen den entscheidenden Anschub zu geben, wird sich der eine oder andere Notenbanker denken", schrieb Krauss vor der EZB-Sitzung. 

Deutschland droht die Inflation

Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite. Nutznießer sind deshalb vor allem Unternehmen, die somit im Prinzip mehr investieren können. Aber auch Verbraucher können Dinge leichter kaufen, die sie nicht sofort aus eigener Tasche bezahlen können. Beides kann die Konjunktur ankurbeln. Solche Wachstumsimpulse sind aktuell vor allem in den Krisenstaaten im Süden Europas gefragt: Griechenland, Italien, Portugal, Spanien - sie alle ächzen unter harten Reformen, rigiden Sparauflagen und hoher Arbeitslosigkeit.   mehr ...

 


EurozoneStudie der Bertelsmann-Stiftung - So nützt der Euro DeutschlandIn Deutschland wächst die Kritik am Euro - einige fordern die Rückkehr zur D-Mark. Eine Bertelsmann-Studie rechnet nun vor: Die Vorteile der Gemeinschaftswährung sind für Deutschland gewaltig. Selbst dann, wenn ein Großteil der Forderungen durch die verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen abgeschrieben werden müsste:Euro-Rettung beschlossenSeit Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise wächst in der deutschen Bevölkerung die Kritik an der Gemeinschaftswährung und am Euro. Was 2002 mit großen Erwartungen begonnen hat, weckt gut zehn Jahre danach immer mehr Widerspruch. Weil die traditionellen Parteien die Besorgnisse in der Bevölkerung nicht wirklich aufnehmen, hat sich soeben eine neue Partei gegründet. Die Alternative für Deutschland, deren erklärtes Ziel für Deutschland der Austritt aus dem Euro ist, liegt nach ersten Erhebungen bereits bei drei Prozent der Stimmen.Basis des verbreiteten Unmuts ist die Annahme, ohne den Euro stünden die Deutschen besser da. Diese Ansicht verfestigt sich. In einer im Sommer 2012 durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsumfrage der Bertelsmann Stiftungzum "Wert Europas" meinten 65 Prozent der Deutschen, dass es ihnen im Fall eines Fortbestands der D-Mark heute besser gehen würde.

Nun bezieht die Bertelsmann Stiftung Stellung, die immer wieder mit groß angelegten Studien die Politik begleitet. Die Stiftung wird an diesem Dienstag auf der Jahrespressekonferenz in Gütersloh die Ergebnisse der Studie "Vorteile Deutschlands durch die Währungsunion" vorstellen (hier online). Danach sind die wirtschaftlichen Vorteile der Euro-Mitgliedschaft für Deutschland klar zu belegen - selbst dann, wenn ein Großteil der Forderungen durch die verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen abgeschrieben werden müsste.

Rückkehr zur D-Mark wäre schädlich

Die Berechnungen, durchgeführt von der Prognos AG, lagen der Süddeutschen Zeitung vorab vor. Es handelt sich um sogenannte Szenarienrechnungen bis zum Jahr 2025, die Forscher stellen also Prognosen auf, wie sich die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden zwölf Jahren entwickeln wird, je nachdem, ob die D-Mark (heute) wiedereingeführt würde, der Euro wie gehabt fortbestehen bleibt oder sogar zusätzlich die Bürgschaftsmilliarden verloren wären.   mehr ...

n-tv: "Noch Milliarden D-Mark in Umlauf: Knapp elf Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds sind noch Milliardensummen der alten Währung in Umlauf."
N24: "Zehn Jahre Euro - Eine Währung und ihr Image-Problem: Am 1. Januar wird der Euro zehn Jahre alt. Bei vielen Bürgern ist er längst als (T)euro in Verruf geraten. Dabei hat sich die europäische Währung trotz aller Probleme durchaus bewährt."

Eurokrise

Trotz Sparprogrammen: EU-Länder machen 576 Milliarden Euro neue Schulden

Viele europäische Staaten sparen drastisch - trotzdem sind die Schulden der EU-Länder im vergangenen Jahr um 576 Milliarden Euro gewachsen. 17 Staaten haben sogar mehr neue Schulden gemacht als laut Maastricht-Vertrag erlaubt ist:

Demonstration vor der Europäischen Zentralbank: Schuldenkrise verschärft sich
DPA

Demonstration vor der Europäischen Zentralbank: Schuldenkrise verschärft sich

Europa kommt nicht aus der Krise. Trotz aggressiver Sparmaßnahmen in Portugal und Spanien, in Griechenland und Zypern, ja sogar in Frankreich, ist der Schuldenberg der EU-Länder dramatisch gewachsen.

Allein im vergangenen Jahr machten die 17 Länder der Euro-Zone 375 Milliarden Euro neue Schulden. In den insgesamt 27 EU-Ländern waren es sogar 576 Milliarden Euro. Insgesamt sitzen die EU-Länder inzwischen auf Verbindlichkeiten von gut elf Billionen - in Ziffern: 11.000.000.000.000 - Euro.

Zahlreiche Länder haben zudem mehr neue Schulden gemacht als erlaubt. 17 Staaten verstießen 2012 gegen die Stabilitätsvorgaben von Maastricht, denenzufolge die Neuverschuldung bei maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen darf.   mehr ...

 

Der Freitag: "Union der 17 Plus 10."

Länderfinanzausgleich 

Klage gegen Finanzausgleich - Das Versagen der Länder

 

Hessen und Bayern reichen an diesem Montag ihre Klage gegen den Länderfinanzausgleich beim Bundesverfassungsgericht ein. Die Klage ist ein Symptom: Die Länder können es nicht:

Es gibt kaum ein föderales Feld, das nicht einem verwahrlosten Acker gleicht. Ob das die Energiewende ist oder der Verfassungsschutz, ob es die Schulen sind, die Straßen, Brücken und „Großprojekte“, ob es der Fiskalpakt oder der Dschungel des Länderfinanzausgleichs ist, durch den Volker Bouffier und Horst Seehofer eine Schneise schlagen wollen - die Länder bekommen, so scheint es, nichts auf die Reihe. Können die Länder nicht? Oder wollen die Länder nicht? War das schon immer so? Oder war es schon immer so und wird jetzt einfach nur noch schlimmer?   mehr ...

 


Haushalt / Schulden Deutschland

Bund, Länder und Kommunen: Deutscher Schuldenberg wächst deutlich

Deutschlands Schulden steigen. Ende vergangenen Jahres lagen sie bei Bund, Ländern und Kommunen bei 2,07 Billionen Euro. Ein Grund sind die sogenannten Bad Banks:

Bad Bank der verstaatlichten HRE: Drückt auf die deutsche Schuldenlast
DPA

Bad Bank der verstaatlichten HRE: Drückt auf die deutsche Schuldenlast

Der deutsche Schuldenberg ist kräftig gewachsen. Bund, Länder und Kommunen einschließlich aller Extrahaushalte standen am 31. Dezember mit 2,0718 Billionen Euro im Minus. Damit erhöhte sich der Schuldenstand binnen eines Jahres um 41,8 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.  mehr ...

Weiteres Zeit: "Bundesbank macht weniger Gewinn als erwartet: Der Bund wird weniger als die Hälfte der eingeplanten Gewinnsumme von der Bundesbank überwiesen bekommen."

Deutsche Bank

Libor-Affäre: Finanzaufseher kritisieren Schlamperei bei Deutscher Bank

Co-Chairmen of Germany's largest business bank, Deutsche Bank, Anshu Jain (R ) and Juergen Fitschen address the media during the bank's annual news conference in Frankfurt, January 31,

Es ist ein schlechtes Zeugnis: Im Skandal um manipulierte Zinssätze wirft die Finanzaufsicht BaFin der Deutschen Bank laut einem Zeitungsbericht "organisatorische Mängel" vor. Das Institut habe die Vorgänge nicht rechtzeitig aufgeklärt. Personelle Konsequenzen fordert die Behörde jedoch nicht:

Die Finanzaufsicht BaFin wirft der Deutschen Bank in ihrem Bericht zum Zinsskandal offenbar "organisatorische Mängel" vor. Die Bank habe die mutmaßlichen Manipulationen "nicht rechtzeitig und umfassend" untersucht und aufgeklärt, berichtet das "Handelsblatt". Die Risiken bei der Festlegung des Referenzzinssatzes Libor seien unterschätzt worden. Die Bank habe das sogenannte Vier-Augen-Prinzip missachtet, wonach die Eingaben der Händler noch einmal hätten überprüft werden müssen.  mehr ...

Zeit: "Kratzer an der Teflon-Bank: Jahrelang perlten Skandale und Prozesse an der Deutschen Bank ab. Doch nach den jüngsten Enthüllungen fürchtet Deutschlands größte Bank um ihr Image."
Attac: "Deutsche Bank: Opfer von Spekulation mit Nahrungsmitteln "selbst schuld"!"
SZ: "
Vergleich im Streit um Pleite von US-Banken - Deutsche Bank muss 145 Millionen Dollar zahlen ."
FTD: "
Schwaches Kapitalmarktgeschäft - Postbank stützt Deutsche Bank ."
Spiegel: "
Britische Finanzaufseher knöpfen sich Deutsche Bank vor ."
FAZ: "
Hypotheken-Geschäfte in Amerika - Milliardenklage gegen Deutsche Bank ."
FTD: "
Deutsche Bank engagiert Spitzendiplomaten als Lobbyisten ."
FTD: "
Ackermann stürzt Börsig ."
FTD: "
Ackermann sieht Rekordziel für 2011 in Gefahr ."
SZ: "
US-Justiz verklagt Deutsche Bank ."
FAZ: "
In Amerika steigt der Druck auf die Deutsche Bank ."
Spiegel: "
Börse bejubelt Ackermanns Privatkunden-Boom ."
Spiegel: "
Bericht zur Finanzkrise - US-Senat rechnet mit Deutscher Bank ab ."
Spiegel: "
Ex-IWF-Chefökonom zählt Ackermann zu gefährlichsten Bankern ."
Attac: "
Deutsche Bank hat mehr Filialen auf Caymans als in Frankfurt ."

„VOLKSINITIATIVE GEGEN DIE ABZOCKEREI“Schweizer kürzen Managergehälter

Manager Klaus Endress hatte vergeblich für ein Nein zur Initiative geworben.  Foto: dpa

Klare Mehrheit für die „Volksinitiative gegen die Abzockerei“ in der Schweiz. Das Ergebnis wird auch in Deutschland begrüßt - die SPD will die Vergütung von Vorständen gesetzlich regeln.   mehr ...

 


Finanz- und Schuldenkrise

Die Lüge von der „Staatschuldenkrise“

Die Kanzlerin, der Finanzminister, die meisten Parteien, die Medien sowieso, reden ständig von der „Staatsschuldenkrise“ und begründen damit den alternativlosen „Sparkurs“.
Zumindest Merkel und Schäuble müssten es besser wissen. Vor allem der Finanzminister müsste doch wissen, was sein eigenes Ministerium offiziell bekannt gibt. Danach liegt der Anstieg der Schulden nicht in der „Haushaltswirtschaft“, sondern in den Effekten der Finanzmarktkrise. Behauptungen wider besseres Wissen nennt man landläufig Lügen.  
mehr ...

 


Ratingagenturen

Moody's: Großbritannien verliert Spitzenrating „AAA“

Cameron will EU-Referendum

Die Finanzkrise und ihre Folgen haben die Verschuldung Großbritanniens stark ansteigen lassen.

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat Großbritannien auf „AA1“ herabgestuft. Grund seien das langsame Wachstum und die hohe Verschuldung. Für Finanzminister Osborn ein Rückschlag: Er war mit dem Versprechen gewählt worden, das Spitzenrating „AAA“ zu verteidigen.   mehr ...

 

Zeit: "Moody's sieht Kreditwürdigkeit aller europäischer Staaten in Gefahr."
SZ: "
Staatsschulden außer Kontrolle - Moody's senkt Ungarns Bonität auf Schrottniveau."
Spiegel: "
Rating-Riese stuft Portugal auf Ramschniveau."
SZ: "
Ratingagentur Moody's stuft mehrere deutsche Landesbanken herab."
Spiegel: "
Europa will Rating-Riesen an die Kette nehmen."
N24: "
Falsche Rating-Meldung - Frankreich ermittelt gegen Standard & Poor's."
Spiegel: "
Europäische Union plant Verbot von Länder-Ratings."
Spiegel: "
US-Bericht: Börsenaufsicht wirft Rating-Agenturen Fehler vor."
FTD: "
Ratingagenturen: US-Regierung ermittelt gegen S&P."
Spiegel: "
Moody's, S&P - Roland Berger kritisiert Verflechtung von Rating-Riesen."
Süddeutsche Zeitung:
"Wie Ratingagenturen arbeiten: "Daumen runter - Panik hoch"."
FTD: "Rating-Karte: Wie flüssig die Welt ist."

Agrarrohstoffe: 

Streit um die Spekulations-Studie

Die Deutsche Bank und die Allianz spekulieren weiter auf Nahrungsmittel. Sie erhalten Rückendeckung von einer Studie, die sogar positive Effekte solcher Geschäfte auf die Welternährung sicht. Eine Deutung, der der deutsche Ökonom Heiner Flassbeck vehement widerspricht:

Weizenernte: "Die massive Beteiligung von Finanzinvestoren treibt den Preis in die falsche Richtung"
DPA

Weizenernte: "Die massive Beteiligung von Finanzinvestoren treibt den Preis in die falsche Richtung"

Der Versuch der Deutschen Bank und der Allianz, ihre umstrittenen Nahrungsmittelspekulationen als nützlich für die Hungernden dieser Welt darzustellen, hat prominenten Widerspruch hervorgerufen. "Diese Argumentation ist komplett falsch", befindet Heiner Flassbeck, der sich als Chef-Ökonom der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Allerdings gelänge es "mit Hilfe der Medien und freundlich gesinnten 'Wissenschaftler', den Eindruck zu erwecken, als sei diese Meinung die Mehrheitsmeinung in der Wissenschaft".   mehr ...

 


Neuer Atem für Occupy Wall Street

 

New Yorker »Left Forum« diskutiert über die Zukunft der kapitalismuskritischen Bewegung: Am Wochenende werden sich in New York Tausende Linke unterschiedlicher Richtungen darüber verständigen, wie es mit der Occupy-Bewegung weitergehen soll.

Folgt man der Einschätzung progressiver USA-Aktivisten, wird ein »amerikanischer Frühling« blühen - mit Massenprotesten, örtlichen Demonstrationen und allerlei fantasievollen Aktionen, die die Stimmung im Lande nach links lenken sollen. Ob sich hinter solchen Aussagen mehr als eine Hoffnung verbirgt, wird sich am Wochenende beim New Yorker »Left Forum« zeigen, dem großen Jahrestreffen von Linken aus den USA und dem Ausland.   mehr ...

 

Spiegel: "Proteste Occupy Wallstreet - Der Aufstand hinter der Maske: Die Occupy-Bewegung zeigt, wie Revolution im 21. Jahrhundert geht. "2012 wird das Jahr von Occupy", hat neulich der Wirtschaftswissen-schaftler Jeffrey Sachs gesagt, und es spricht vieles dafür. Es ist für Obama das Jahr der Wahlen, es ist für Occupy ein Jahr der Wut."
Spiegel: "Lobbyisten wollen Occupy-Bewegung killen."
Weiteres SZ: "
Randale bei US-Protesten - Hunderte Occupy-Anhänger nach Ausschreitungen festgenommen."
Focus: "
Tausende Demonstranten belagern die Wall Street ."
Spiegel: "
Polizei räumt New Yorker Occupy-Camp ."
TAZ: "
Occupy Wall Street und US-Medien - Die große Verweigerung ."
Zeit: "
Es handelt sich um mehr als ein Strohfeuer ."
SZ: "
Demonstranten in den USA - Von der dunklen Macht der Wall Street ."
SZ: "
Amerikas Reiche - und der große Rest: 99 Hundertstel gegen das eine reiche Prozent."
SZ: "
Bürger gegen Finanzindustrie - Steht endlich auf und empört euch! ."
SZ: "
Proteste in den USA - Obama zeigt Verständnis für Wut auf die Wall Street ."
Telepolis: ""
Die große Wall-Street-Revolution" ."
N24: "
Tausende auf der Straße - Wall-Street-Proteste weiten sich aus ."
Spiegel: "
Spekulant Soros solidarisiert sich mit Wall-Street-Demonstranten ."
Spiegel: "
Bloggende Wall-Street-Gegner - Wir kriegen nichts, die Banker alles ."
SZ: "
Anti-Wall-Street-Demos in den USA - Wie die Gier der Oberschicht den Protest provoziert ."
TAZ: "
First we take Manhattan ."
SZ: "
Anti-Wall-Street-Proteste - Top-Ökonom solidarisiert sich mit US-Demonstranten ."

Börse

Elektronische Superhirne stürzen Börsen ins Chaos

In Schweden bricht der Handel zusammen, der Goldpreis stürzt ohne Grund ab – Pannen an der Börse häufen sich. Ursache sind oft superschnelle Computer, die fast ohne Kontrolle agieren:

Elektronische Superhirne stürzen Börsen ins Chaos

Börsenchaos in Schweden mit einer mehrstündigen Aussetzung des Handels, Absturz des Goldpreises innerhalb von Sekunden, ohne ersichtlichen Grund - gleich zwei Mal innerhalb von 24 Stunden haben Computer wieder für heftiges Durcheinander an den Finanzmärkten gesorgt.   mehr ...

 

Weiteres FAZ: "Die Macht der Computer: Wer ist schuld, wenn die Börse an einem Tag einbricht und am nächsten zehn Prozent steigt? Ein Grund sind Maschinen, die ohne Menschen handeln."
N24: "Vor 25 Jahren - "Schwarzer Montag" in New York: Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen schwarzen Tag. Die Kurse stürzten ab, die Auswirkungen waren global zu spüren. Der Börsencrash ging als "Schwarzer Montag" in die Geschichte ein."

Zoff um Währungsreserven

Bundesbank will Goldreserven kontrollieren

Es ist Deutschlands Währungsschatz: Über 3000 Tonnen Gold besitzt die Republik. Marktwert: 144 Milliarden Euro. Doch ein Großteil des Golds liegt im Ausland. Nun will die Bundesbank nachprüfen:

Die Bundesbank gibt dem politischen Druck nach und will sich selbst ein Bild von ihren Goldbeständen im Ausland machen. Die Notenbank betonte zwar, die in den USA, Frankreich und England gelagerten Reserven seien sicher. Zugleich erklärte sie: "Ungeachtet der bestehenden Rechtsauffassung wird die Bundesbank Anregungen des Bundesrechnungshofs, soweit es möglich ist, aufgreifen." Nach Angaben der Rechnungsprüfer will die Notenbank in den kommenden drei Jahren zudem jeweils 50 Tonnen des in den USA lagernden Goldes nach Deutschland bringen, um es zu prüfen.

Ein Großteil der 3396 Tonnen Gold der Bundesbank lagert seit Jahrzehnten im Ausland, vor allem bei der US-Notenbank Fed. Aktueller Marktwert: 144 Milliarden Euro. Der Rechnungshof fordert "angesichts des hohen Werts der bei ausländischen Notenbanken gelagerten Goldbestände und der Tatsache, dass diese noch nie aufgenommen wurden" regelmäßige Stichproben - so nachzulesen in einem am Montag bekanntgewordenen Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags.  mehr ...

 

Weiteres SZ: "Gold: Länder mit den höchsten Reserven - Das Faustpfand der Welt."


Essay

 

Ökonomen verstehen nichts von Wirtschaft

 

Die Volkswirtschaftslehre hat sich mit Modell-Mathematik und Alltagspsychologie von der Wirklichkeit entkoppelt. Sie braucht stattdessen ein neues Selbstverständnis und muss sich den Geisteswissenschaften öffnen:

Adam Smith, Karl Marx, John Maynard Keynes und Milton Friedman: Die größten Wirtschafts-Denker der Neuzeit im Überblick.

Vor ein paar Wochen haben 250 Professoren der Ökonomie „mit großer Sorge“ zum Protest gegen die Euro-Politik der Bundesregierung aufgerufen. Das Manifest, das vor einer europäischen Bankenunion und vor Finanzhilfen an Geldinstitute in „südlichen Ländern“ warnt, ist eine Grabrede auf die Volkswirtschaftslehre. Es spielt mit nationalen Ressentiments und verrührt das Unbehagen am Großkapital mit dem Einmaleins der Ordnungspolitik.   mehr ...

 


 
 


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