Medien\Journalismus - rudikiesl.de

Webvideopreis 2013: News aus dem Paralleluniversum

Es ist ein bewegendes Schicksal, eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt: Vor zwei Jahren kam es bei einer Geburt in einem Krankenhaus zu einer Verwechslung, die sich jetzt erst nach und nach aufklärt. Weinend erzählen Familienmitglieder ihre Geschichte, das Ganze unterlegt mit dramatischer Musik. Allerdings: Nicht etwa ist ein Säugling versehentlich verwechselt worden, sondern dessen Mutter. Die lebt nun seit zwei Jahren mit einem Kind und einem Mann zusammen, die ihr beide fremd sind - und langsam kommen ihr Zweifel:

Webvideopreis 2013 - Der Postillion

Die satirische Website "Der Postillon" ist schon seit Jahren erfolgreich im Netz und erreicht mit Galgenhumor, Wortspielen und Pointen mittlerweile mehrere Millionen Leser. Dahinter steckt Stefan Sichermann aus Fürth, der von seinem anfänglichen Hobby längst auch leben kann. Nach dem großen Erfolg seiner Satire-Website erschien im Jahr 2012 die erste Folge der "Postillon24 Nachrichten" auf YouTube. Ein seriös wirkendes Nachrichtensprecher-Duo trägt dort Nachrichten aus einem schrägen Paralleluniversum vor: Etwa, dass eine Topfpflanze tot in einer Wohnung aufgefunden wurde und die Polizei ermittelt oder von Protesten gegen "Honig aus Massentierhaltung".   mehr ...


Springer-Zeitungen / Bild

Axel Springer AG - Ein Konzern auf Selbstsuche


Mathias Döpfner - Bild: Axel Springer

Bemüht um eine Flucht nach vorne: Springer plant angeblich massiven Stellenabbau, 20 Millionen Euro sollen gespart werden - am meisten im Print-Bereich. Der ist zwar nach wie vor hoch profitabel, doch die Auflage der "Bild" sinkt. Die Zukunft des Konzerns sieht Vorstandschef Döpfner offenbar im Digitalen:

Als "Wendepunkt" deutete der Vorstandschef Mathias Döpfner Anfang März die Bilanzzahlen seines Konzerns: 2012 war für die Axel Springer AG das erste Jahr, in dem die digitalen Medien mehr Umsatz brachten als die Zeitungen. Die hatten drei Prozent zum Vorjahr verloren, blieben aber vor allem mit der Bild-Gruppe die größten Gewinnbringer. Das konnte man als Erfolgsbilanz eines digitalen Aufbruchs lesen, den Springer früher als andere betrieben hat. Trotzdem würde natürlich kein Kaufmann die schönen Printgewinne hergeben. Und auch die Mitarbeiter nicht, die 1200 Euro Erfolgsbeteiligung erhielten. Doch der gelernte Zeitungsjournalist Döpfner erklärte im März: Man wolle nun das führende digitale Medienunternehmen im Land werden: "Das frühere Randgeschäft wird das Kerngeschäft." Finanzvorstand Lothar Lanz sprach etwas ominös davon, das Printgeschäft "wetterfest" zu machen, Pläne für einen Stellenabbau gebe es aber nicht, so Lanz damals.

Trotzdem scheinen nun harte Stellenstreichungen nicht mehr ausgeschlossen: Wie der Spiegel mit Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen bei Axel Springer schreibt, könnten für ein Kostensenkungsprogramm ausgerechnet in der sogenannten "roten Gruppe" der Bild-Titel bis zu 200 Stellen wegfallen, das Sparziel soll bei 20 Millionen Euro liegen. Die Redaktionen von Bild in Berlin und B.Z. könnten demnach zusammengeführt werden. Dabei ist die rote Gruppe hoch profitabel, und Bild nach wie vor der größte Geldmacher unter den Springer-Titeln. Doch die Auflage sinkt unter dem Chefredakteur Kai Diekmann seit Langem, 2012 verlor das Boulevardblatt 6,3 Prozent und lag noch bei 2,66 Millionen Exemplaren täglich. Erst vor wenigen Tagen kündigte Döpfner zudem neue Investitionen im Digitalen an. Der Jahresauftakt im Printgeschäft sei "nicht einfach" gewesen, sagte er auch.   mehr ...

 

Der Freitag: "Das schöne Papier!"
Siehe auch: "BILDblog für alle ".

Sport im Fernsehen

 

"Aktuelles Sportstudio" im ZDF - Eine schrecklich nette Stunde

Im "Aktuellen Sportstudio" arbeiten Fragensteller, die ihren Gästen vor allem zu Diensten sind und gar nichts in Erfahrung bringen wollen. Die Moderatoren verhalten sich allzu oft nicht wie Journalisten, sondern wie Conférenciers. So lässt sich kein Spiel gewinnen:

Michael Steinbrecher

Niemand fordert ein Kreuzverhör

Das Grundproblem der Sendung ist, dass sich ihre Moderatoren - vor allem die beiden männlichen - allzu oft nicht wie Journalisten, sondern wie Conférenciers verhalten. Sie wollen von ihren Gästen nichts in Erfahrung bringen. Sie wollen sich eine nette, harmlose Stunde mit ihnen machen. Oder wie anders soll man es deuten, wenn der Conférencier Steinbrecher den Spieler Julian Draxler von Schalke 04 zu Gast hat, einen jungen Mann, der jetzt 19 Jahre ist - der aber gefragt wird, ob er sich noch an den Schalker Uefa-Cup-Sieg von 1997 erinnert? Worauf Draxler vorrechnet, dass er damals vier war - worauf Steinbrecher tatsächlich so fortfährt: "Wer war denn damals Ihr Schalker Idol?" Und den Chef von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, fragte er, ein paar Sendungen später, vor dem Halbfinale gegen Real Madrid: "Ist Cristiano Ronaldo ein Spieler, der zu Dortmund passen würde?"

Es sind Fragen, die unsinnig sind und die auch auf nichts hinaus wollen. Niemand fordert, dass im Sportstudio ein Kreuzverhör geboten wird. Aber ist es denn zu viel verlangt, einfach dies zu erhoffen: ein Gespräch, auf dem Niveau von Lanz oder Beckmann? Dazu jedoch bräuchte es Sachkenntnis und Haltung.   mehr ...

 

Weiteres TAZ: "Horrorshow am Mikrofon: Der Gegensatz könnte nicht größer sein: Die Eröffnung der Olympiade war überwältigend, die deutschen Moderatoren hingegen null inspiriert, kein bisschen eloquent und gnadenlos inkompetent."

Öffentlich Rechtliche

"Frühstücksfernsehen" mit Olli Dittrich - Schmerzhaft nah an der Realität

Olli Dittrich beschert mit "Frühstücksfernsehen" der ARD das langersehnte Satire-Format mit Substanz. Bleibt die bange Frage, ob das Erste eine innovative Show mal wieder auf einem miesen Sendeplatz versauern lassen wird:

Olli Dittrich Frühstücksfernsehen

An diesem Dienstag stellt sich eine Frage: Ob die ARD bereits einen üppig gefüllten Geschenkkorb an Olli Dittrich geschickt hat? Mit einer Karte, die in etwa besagen könnte: "Sehr geehrter Herr Dittrich, vielen herzlichen Dank für Ihre herausragende Idee und folgende Umsetzung des Frühstücksfernsehens. Gestern haben die Zuschauer des Ersten nach langer Zeit mal wieder aus gutem Grunde etwas zu lachen gehabt. Mit freundlichen Grüßen, Ihre ARD, i. A. Programmdirektor Volker Herres".

Aus Kundensicht wäre ein derartiger Dank seitens der Verantwortlichen wünschenswert. Ja, sogar Pflicht. Hat Olli Dittrich doch mit seinemFrühstücksfernsehen etwas für das Erste geschafft, woran vermutlich beim Sender niemand geglaubt hat. Die ARD ist plötzlich cool, womöglich nur für diesen kurzen Moment, aber immerhin. #Frühstücksfernsehen ist seit gestern Abend gar bei Twitter auf der Liste der Trends vertreten. Das gelingt bei der ARD für gewöhnlich nur dem Flagschiff Tatort.   mehr ...

 


TV-Serien

ARD-Arztserien: "Süß parfümierter Hirnschiss"

Sie hat 2011 schmerzhaft erfahren, wie es Patienten in einem deutschen Krankenhaus ergehen kann: Im SPIEGEL-Gespräch kritisiert die ARD-Journalistin Sonia Mikich vor allem die Arztserien ihres Senders: "Dieser Kitsch führt dazu, dass die Leute nicht mehr skeptisch sind und Fragen stellen."   mehr ...

Boston: More than a feeling

Misstrauen: Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie dich nicht verfolgen. Was uns die TV-Serie "Homeland" über die Anschläge in den USA lehrt:

Boston: More than a feeling

Foto: Spencer Platt/ AFP/ Getty Images

Ach, wir Serien-Gucker. Sind ja alle kleine oder größerer USA-Experten geworden; und wie gut glauben wir, die amerikanische Paranoia zu kennen, schon aus den Romanen von Thomas Pynchon oder Don DeLillo, vor allem aber aus den Serien 24 oder Homeland, deren erste Staffel im Free-TV just an diesem Sonntag zu Ende ging, sodass nun wirklich jeder, der sie sah, an den Anschlag von Boston denken musste.   mehr ...

 

SZ: "Küss meinen Hintern, Zicke!: Kritik an Krimis im deutschen Fernsehen ist beliebt."

Pressefreiheit 

Journalismus - Wo das Recht auf Pressefreiheit nichts mehr zählt

Täglich werden Journalisten und Blogger angegriffen und eingeschüchtert, um die Information zu begrenzen und Medien gleichzuschalten. Die Reporter ohne Grenzen zeigen, wo freie Meinung gefährlich ist:

Weltkarte der Pressefreiheit 2013

Die in Ägypten regierende Muslimbrüderschaft mit Präsident Mohammed Mursi und die radikal-islamische Al-Nusra-Front in Syrien gehören nach einem Bericht von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu den neuen "Feinden der Pressefreiheit".
 
Auch bewaffnete Gruppen in Pakistan und religiöse Extremisten auf den Malediven seien neu in die weltweite Liste aufgenommen worden, teilte die Organisation in Berlin zum Internationalen Tag der Pressefreiheit an diesem Freitag mit. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte mehr Schutz für Journalisten.
 
Bedrängt, eingesperrt, gefoltert, ermordet
 
Auf der ganzen Welt würden Reporter wegen ihrer Arbeit bedrängt, eingesperrt, gefoltert und immer wieder auch ermordet, sagte Ban am Donnerstag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.
 
"Wir können mehr tun", sagte er. Vor allem dürften Verbrechen gegen Medien nicht straffrei sein. Viel zu oft würden Morde an Journalisten aber nicht oder nur oberflächlich verfolgt.
 
Das Recht auf Meinungsfreiheit und auf Information sei ein universeller Bestandteil in der Erklärung der Menschenrechte. Dennoch würden Journalisten, Moderatoren und Blogger immer wieder Opfer von Angriffen.
 
"Und dabei geht es nicht nur um physische Gewalt, sondern oft auch um Attacken im Internet oder gesetzgeberische Manöver als Mittel der Nötigung", sagte Ban. "Alle Journalisten, in allen Bereichen der Medien, müssen ihre Arbeit machen können. Wenn es nicht gefährlich ist, seine Stimme zu erheben, profitiert die ganze Welt."   mehr ...
 
 
 

PrivatsenderRTL und SAT.1 - Privatsender am AbgrundNicht neu, aber immerhin bewährt: Im Mai kehrt die „Traumhochzeit“ ins RTL-Programm zurück.  Foto: RTL

Die privaten Fernsehsender verlieren Profil und Zuschauer. Verzweifelt suchen sie nach neuen Ideen - und schnappen nach jedem Strohhalm. Der jüngste Rettungsanker ist "The Voice Kids" mit ekstatischen Juroren:

Als Sat.1 vor zwei Wochen „The Voice Kids“ startete, einen Ableger seiner erfolgreichen Castingshow für Erwachsene, musste schon nach den ersten Minuten befürchtet werden, die Jury könne jeden Moment vor Begeisterung platzen.Während des Auftritts einer Zwölfjährigen hielt es Lena Meyer-Landrut nicht mehr auf ihrem Drehsessel. Die Eurovisionsgewinnerin wedelte mit den Armen wie ein beschwipster Kolibri und brüllte: „Oh! Mein! Gott!“ Nachher lobte sie die Kandidatin: „Du hast hammermäßig gesungen! Wir flippen aus! Krass! Ich bin total geflasht!“ Ihr Juryrivale Tim Bendzko ging vor einer Neunjährigen in die Knie und stammelte in einer Tour: „Unfassbar!“

Mehr als vier Millionen Zuschauer waren vor dem Fernseher dabei, wie sich der Sender in Selbstekstase versetze. Leider lässt sich diese Begeisterung nicht aufs restliche Programm übertragen. Mehrere Monate nacheinander erzielte Sat.1 in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer, die den Privatsendern bisher als Vergleichsgröße diente, unter zehn Prozent Marktanteil und ist hinter den Schwestersender ProSieben zurückgefallen.   mehr ...

 


Talkshows

Jauch, Will und Co.: Rundfunkrat will zwei ARD-Talks kippen

ARD-Talkmaster Günther Jauch: Quoten gut, Kritiken mies
DPA

ARD-Talkmaster Günther Jauch: Quoten gut, Kritiken mies

Verliert bald ein prominenter ARD-Talkmaster seine Show? Plasberg, Maischberger, Will, Beckmann oder gar Jauch? "Im Sinne der Programmvielfalt" fordert der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks, dass die ARD zwei ihrer fünf Spät-Talks streicht, weil die Formate sich zu sehr ähneln:

Eine Reform der Talkshow-Schiene in der ARD kriegt neuen Rückenwind: Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks hat sich für eine deutliche Reduzierung der spätabendlichen Talkshows im Ersten ab 2014 ausgesprochen.

Das Gremium argumentiert mit "Überschneidungen bei Themen und Teilnehmern sowie dramaturgisch vergleichbaren Sendungskonzepten" und schlägt künftig nur noch drei Talk-Formate pro Woche vor. Damit und mit dem "Presseclub" seien alle tagesaktuellen Ereignisse abgedeckt. Es blieben dann noch "ausreichend Spielräume (...), um darüber hinausreichende Themenakzente zu setzen", teilte der Rat nach seiner Sitzung am Donnerstag mit.

Für die verbleibenden Talk-Formate sei eine "deutlich schärfere Profilbildung" möglich. Die freiwerdenden Sendeplätze sollten "im Sinne der Programmvielfalt mit Vorrang dafür genutzt werden, anspruchsvolle neue und jüngere Formate sowie Genrefarben zu entwickeln, die in der Programmmischung des Ersten bislang unterrepräsentiert sind", hieß es weiter. Dazu zählte der Rundfunkrat, der eine beratende Funktion innerhalb des Senders hat, unter anderem: Kabarett, junge Serie, Satire, Reportagen, Zeitgeschichte und Dokumentarfilm.   mehr ...

 


Zeitungen / Medien

Die Mitarbeiter sind schon durch zwei Insolvenzverfahren gegangen und hofften auf einen Investor. Nun hat die Geschäftsleitung das endgültige Aus von dapd verkündet:

dapd Nachrichtenagentur

Die Nachrichtenagentur dapd wird endgültig eingestellt. Dies teilte die Insolvenzverwalterin Petra Hilgers den etwa 175 verbliebenen festen Mitarbeitern auf einer Betriebsversammlung mit.  "Die Belieferung der Kunden mit Nachrichten wird heute um 17.00 Uhr eingestellt", sagte Hilgers. Die Beschäftigten erhielten noch für April ein Insolvenzgeld.    mehr ...

 

Weiteres SZ: "Aus für Mascolo und Blumencron - Kurzer Prozess mit der "Spiegel"-Spitze."

Spiegel: "Bundeskartellamt-Entscheidung: "FAZ" darf "FR" übernehmen."

Spiegel: "Sofortige Einstellung abgewendet: Türkischer Investor will "Rundschau" retten."

FAZ: "„Westfälische Rundschau“ - Proteste gegen Schließung der „WR“-Redaktion."

TAZ: "Zeitungskrise in Großbritannien - Der Scheinriese."

FR-Online: "Zukunft der Frankfurter Rundschau - „Es gibt berechtigte Hoffnungen"."

Heise: Auch der Gang ins Netz bewahrt nicht vor Zeitungskrise."

SZ: "«Die Welt» errichtet Bezahlschranke im Netz."

TAZ: "KÜRZUNGEN BEI WOCHENZEITUNG „FREITAG“ - Redaktion soll eingedampft werden."

Spiegel: "Zeit-Magazin" vs. "SZ-Magazin" - Kongruenz statt Konkurrenz."

Spiegel: "Medienkrise - Größte Entlassungswelle seit 1949."

N24: "Auch Stellenabbau möglich - "Spiegel" kündigt Sparkurs an."

Spiegel: "Zeitungskrise - Berliner Verlag streicht bis zu 88 Stellen."

N24: "Hunderte Jobs fallen weg - "Financial Times Deutschland" wird eingestellt."

Zeit: "ZUKUNFT DER ZEITUNG - Wer sterben und wer überleben wird."

SZ: "Financial Times Deutschland in der Krise - Bangen am Baumwall."

Heise: "Zeitungssterben - Die Tageblätter unter Webdruck."

Spiegel: "MEDIENKONZERN - Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" - Durchhalten!."

Handelsblatt: "Spekulationen über Verkauf der „Financial Times“."

SZ: "Neuer Chefredakteur - "Frankfurter Rundschau" wird selbständiger."

Handelsblatt: "Frankfurter Rundschau schrumpft zur Lokalzeitung."


Arte

GOOGLE UND DIE MACHT DES WISSENS

H.G. Wells Utopie des Weltgehirns soll nach dem Willen von Google keine Fiktion bleiben. Es will alle Bücher digitalisieren, Wissen zentral vereinen. Was steckt dahinter? Welche Motive bewegen Befürworter und Gegner? Ben Lewis sucht Antworten und gibt überraschende Einblicke in ein komplexes Thema:

Google und die Macht des Wissens

Im Jahr 2002 fing Google an, Weltliteratur einzuscannen. Man schloss Verträge ab mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und Stanford in den USA, der Bodleian Bibliothek in England und der Katalanischen Bibliothek in Spanien. Das Ziel war nicht nur eine riesige globale Bibliothek aufzubauen, sondern all dieses Wissen sollte noch einem verschwiegenen Zusatzzweck zugutekommen: Man wollte eine neue Form von "Artificial Intelligence", von künstlicher Intelligenz entwickeln. Google bekam aber Probleme bei der Realisierung des Projekts: Mehr als die Hälfte - rund sechs Millionen - dieser Bücher waren urheberrechtlich geschützt. Autoren auf der ganzen Welt begannen, einen Feldzug gegen Google zu starten.    mehr ...


Berühmtester Hundetrainer der Welt

Der Fiffi-Coach

Gwyneth Paltrow, Mark Zuckerberg, Patti LaBelle - viele Stars lassen ihre Lieblinge von Cesar Millan Mexikaner trainieren. Dabei coacht der Hundepsychologe nicht nur die Tiere, sondern heilt vor allem die Neurosen ihrer Besitzer. Den Rottweiler unserer Autorin hat der Mexikaner damit auch schon kuriert:

Wer in Los Angeles wohnt, bringt seinen Hund nicht zum Trainer, sondern zum Hunde-Psychologen. Wer berühmt ist, leistet sich gar den berühmtesten Hunde-Psychologen der Welt: Cesar Millan. Von ihm lassen Gwyneth Paltrow, Mark Zuckerberg, Patti LaBelle, Jada Pinkett Smith und viele weitere Stars ihre Fiffis coachen. Der Mexikaner, der einst als illegaler Einwanderer unter dem Grenzzaun nach Kalifornien durchgekrochen ist, hat eine eigene Fernsehreihe (früher "The Dog Whisperer", also "Der Hundeflüsterer", jetzt "Leader of the Pack") aufNational Geographic, zahlreiche Bestseller geschrieben und ist derzeit mit seiner "Vertrau deinem Instinkt"-Tour durch ausverkaufte Stadien in ganz Amerika unterwegs. Seine Fernsehshow sehen bis zu elf Millionen Zuschauer. Er ist der Martin Rütter Amerikas, nur eben erfolgreicher, überdimensionaler, amerikanischer.

Wer Cesar Millan anheuert, muss sich auf einiges gefasst machen. Denn Millan lehrt nicht Sitz! Platz! Fuß!, sondern attackiert als Erstes die Neurosen der Besitzer. "Viele meiner Klienten haben einen Doktortitel oder entscheiden über Tausende Menschen", sagt Millan, "aber sie haben ihren Chihuahua nicht im Griff. Oprah, zum Beispiel, hat sicher Führungsstärke, aber zu Hause ist ihr Cockerspaniel Sophie das Alphatier." Das ist Cesar Millan: Ein Hundetrainer, der der erfolgreichsten Talkmeisterin der Welt auf den Kopf zusagt, sie habe zu wenig Selbstvertrauen. Seine Haupttheorie ist, dass viele Menschen ihre Tiere zu sehr vermenschlichen und die Hunde ihre Besitzer nicht als "Rudelführer" ernst nehmen: "Die Hälfte aller Hunde in Amerika glauben, ihr Name sei ,nein'!"

Cesar Millan, 43, ist ein genialer Alleinunterhalter. Er scheut sich nicht, in einem flauschigen Hasenkostüm herumzuhüpfen oder hechelnd auf allen vieren herumzukriechen, um die Körpersprache eines aufgeregten Pudels nachzuahmen. Wie Rütter auch bringt er seine verzweifelten Klienten erst einmal zum Lachen. "Wenn ich in ein Haus komme und das Ehepaar steht kurz vor der Scheidung, weil der Mann entnervt sagt, entweder der Hund oder ich, was soll ich dann anderes machen, als erst einmal einen Witz loszulassen und die Stimmung aufzulockern?" Wer nervös, frustriert oder hektisch ist, könne noch so sehr an der Leine zerren, sagt Millan. "Ein Hund gehorcht nur einem ruhigen, selbstbewussten Rudelführer."   mehr ...


Fernsehkritik

Jauch über die Deutschen im Zweiten Weltkrieg - Jeder kann zum Mörder werden

BarbarossaHitlers Vernichtungskrieg "Barbarossa" in Bildern 

(Foto: Sueddeutsche Zeitung Photo)

Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg - und nur eine Stunde Zeit: Günther Jauch will in seiner Talkshow über deutsche Geschichte reden. Er schafft immerhin einen Anfang. Nun muss an den Küchentischen weiter geredet werden. Statt "Was hättest du getan?" muss es heißen: "Wie willst du dich heute verhalten?"

Der Film "Unsere Mütter, unsere Väter" bewegt. Trotz aller Schwächen hat die ZDF-Trilogie gezeigt, dass während des Zweiten Weltkriegs die meisten Deutschen weder gut, noch ganz schlecht war. Ein guter Mensch kann Verrat üben, jeder kann zum Mörder werden oder zum Helden. Das ist natürlich etwas, an das uns kurz vor Ostern auch das Leiden Jesu erinnern könnte. Doch nun also ein TV-Ereignis zum Zweiten Weltkrieg, über Geschehnisse von vor 70 Jahren.   mehr ...


Neue Rundfunkgebühr

Größte Rasterfahndung aller Zeiten: Deutsche GEZ sucht Schwarzseher

 

Um Schwarzsehern auf die Schliche zu kommen, wird der ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice, der mit der Erhebung der Rundfunkgebühren in Deutschland betraut ist (ehemals Gebühreneinzugszentrale – GEZ), bis zum 3. März 2013 auf personenbezogene Daten von rund 70 Millionen Menschen in Deutschland zugreifen. Damit startet er die größte Rasterfahndung aller Zeiten in Deutschland. Das Ziel dabei: Mögliche Beitragsverweigerer ausfindig zu machen.   mehr ...

Ein Mann füllt einen GEZ-Anmeldebogen aus: Der neue Rundfunkbeitrag sorgt für Ärger
 
Heise: "Weg frei für Rundfunk-Haushaltsabgabe: Als letztes der 16 Bundesländer hat Schleswig-Holstein der neuen Haushaltsabgabe für den Rundfunk zugestimmt."

Die Nachrichtenagentur dapd besteht fort. Mit einem neuen Investor, einem neuen Auslandspartner und deutlich weniger Mitarbeitern will die Agentur den Angaben zufolge auch weiterhin dpa als sogenannte Vollagentur mit mehreren Basis- und Landesdiensten Konkurrenz machen. Allerdings muss sich dapd einen neuen Chefredakteur suchen:
 
dapd bleibt auch künftig der große Konkurrent von dpa.
dapd bleibt auch künftig der große Konkurrent von dpa.

Die Nachrichtenagentur dapd ist der Insolvenz und ihrem endgültigen Ende entgangen. Der Journalist Ulrich Ende habe dapd für einen nicht veröffentlichten Kaufpreis übernommen, teilte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma mit. Ende, ehemaliger Chef des Nachrichtensenders N24, will mit einem Vollangebot an Nachrichten dem deutschen Marktführer dpa weiter Paroli bieten. dapd hatte zuletzt die Zahl der Mitarbeiter um ein Drittel auf 200 verringert. Die Insolvenz im Oktober war bereits die dritte Pleite des Unternehmens seit der Gründung der Vorläuferagentur ddp im Jahr 1971. Ende ist nun Geschäftsführer der neu gegründeten GmbH und hat bisher zwei Investoren namentlich genannt, den Wiesbadener Unternehmer Christoph Bausinger und den westfälischen Verleger Wolfgang Pabst.  mehr ...

 
 

Wiesenthal-Zentrum

Antisemitismus-Vorwürfe gegen Augstein konkretisiert

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum konkretisiert seine Vorwürfe: Jakob Augstein äußere sich zwar kritisch gegen Israel, was aber nicht heiße, dass er Juden hasse. Er bleibt aber auf der Antisemiten-Liste:

Auf Platz neun der jüngsten Antisemiten-Rangliste: Journalist Jakob Augstein.

Auf Platz neun der jüngsten Antisemiten-Rangliste: Journalist Jakob Augstein. (Foto: picture alliance / dpa)

Das amerikanische Simon-Wiesenthal-Zentrum hat seinen Antisemitismus-Vorwurf gegen den Journalisten und Verleger Jakob Augstein differenziert – zumindest ein wenig.  mehr ...

 


60 Jahre "Tagesschau"

Einzig und etwas artig

Hochseriös – „Mr. Tagesschau“. Der in den 1970er und 1980er Jahren sehr beliebte Chefsprecher Karl-Heinz Köpcke wirkt auf dem Foto fast wie ein Hollywoodstar. Die älteste bestehende Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen startete am 26. Dezember 1952. Foto: NDR Foto: NDR/Annemarie Aldag
Hochseriös – „Mr. Tagesschau“. Der in den 1970er und 1980er Jahren sehr beliebte Chefsprecher Karl-Heinz Köpcke wirkt auf dem Foto fast wie ein Hollywoodstar. FOTO: NDR/ANNEMARIE ALDAG

Hier lehnt sich niemand aus dem Fenster, rudert keiner zurück. Die „Tagesschau“ wird 60 Jahre alt – und unterscheidet sich weiter auf betörend altmodische Weise von Google News:

Nachrichten sind kein knappes Gut mehr. Sie kommen ständig, auf allen Wegen. Widerstand ist zwecklos. Es gibt keinen Ruheraum. Ab und an kann jeder sein Teesieb in den beschleunigten Strom der Daten halten, um Relevantes herauszufiltern und sich ein Bild von der Welt zu machen. Die „Tagesschau“ der ARD tut das für uns. Sie ist „eine Institution im besten Sinn des Wortes“, wie es Angela Merkel im Glückwunsch zum 60. Geburtstag formulieren ließ, aber sie ist keine Maschine. Produktionsweise und Formgebung unterscheidet sie von den News-Aggregatoren, die uns permanent sagen, was die anderen angeklickt haben. 27 000 Nachrichtenquellen soll Google News auswerten.   mehr ...


MEDIENBRANCHE

Sky hat abermals Gewinn im Programm

Der Bezahlfernsehsender Sky Deutschland heimst dank steigender Abonnentenzahlen zum zweiten Mal in Folge einen operativen Gewinn ein:

Im dritten Quartal sei ein Betriebsergebnis (Ebitda) von 18,6 Millionen Euro erzielt worden, teilte das früher unter dem Namen Premiere bekannte Unternehmen am Mittwoch mit. Auch im zweiten Vierteljahr hatte Sky mit 23 Millionen Euro bereits einen Gewinn im operativen Geschäft erzielt - davor hing der Sender vier Jahre in der Verlustzone fest. Unter dem Strich war die Münchner Firma aber weiter defizitär: Im abgelaufenen Quartal schlug ein Fehlbetrag von 16,5 Millionen Euro zu Buche.  mehr ...

 


Literatur

Philip Roth - Goodbye, Columbus

"Der menschliche Makel", "Die Brust", Empörung": Philip Roth ist einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Jetzt kündigt der 80-Jährige an, mit dem Schreiben aufzuhören:

In den Siebzigern, für die er als sexbesessener Autor galt und nach "Portnoys Beschwerden" und "Die Brust" auch noch den "Professor der Begierde" schrieb, überlegte der Schriftsteller Philip Roth, ob er sich nicht als nächstes einem allseits bekannten Phänomen zuwenden sollte, über das nie etwas zu lesen war: der Ehe, oder vielmehr deren Erschöpfung. "Zwei Menschen verlieben sich, sie heiraten - aber was passiert dann?" Die Sexualität, die Kraft, die die beiden einmal zueinander hingezogen hat, verschwindet mit den Jahren. "Die Ehe führt auf direktem Weg zur Keuschheit."  mehr ...

 


LucasfilmDisney kauft "Star Wars"-Firma für vier Milliarden Dollar

George Lucas: Der Vater von Darth Vader und Indiana Jones
AP

Megadeal in der Filmindustrie: Der Medienkonzern Walt Disney übernimmt das Unternehmen des Produzenten George Lucas für rund vier Milliarden Dollar. Lucasfilm brachte unter anderem "Star Wars" heraus, Disney kündigt bereits jetzt weitere Folgen an:

Die Hälfte des Kaufpreises wird in bar bezahlt, die andere in Form von 40 Millionen Aktien: Der US-Medienkonzern Walt Disney erwirbt für rund vier Milliarden Dollar das Unternehmen Lucasfilm, das von Filmproduzent George Lucas gegründet worden war.  mehr ...


Medienkonzern: Fusion von Random House und PenguinBertelsmann schafft größten Buchverlag der Welt

Bertelsmann schafft gemeinsam mit seinem britischen Konkurrenten Pearson den weltweit größten Buchkonzern. Unter dem Namen Penguin Random House sollen künftig die Bertelsmann-Tochter Random House und Pearsons Buchsparte Penguin zusammenarbeiten:

Bertelsmann werde 53 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen halten, Pearson 47 Prozent, teilte Bertelsmann am Montag mit. "Mit dem geplanten Zusammenschluss schaffen Bertelsmann und Pearson die bestmöglichen Voraussetzungen für die Zukunft ihrer weltweit anerkannten Verlagshäuser Random House und Penguin", erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe in einer Mitteilung.  mehr ...

 


Marktanteile / QuotenTagesschau und „heute“ im Quotendesaster

Immer weniger Fernsehzuschauer interessieren sich für Nachrichten - zumindest im Fernsehen. Die Einschaltquoten der Nachrichtensendungen „Tagesschau“ und „heute“ liegen auf einem neuen Tiefpunkt. Aber auch „RTL aktuell“ und Sat.1-Nachrichten verlieren Publikum:
 

Die Hauptnachrichten aller vier großen deutschen Fernsehkanäle – ARD, ZDF, RTL und Sat.1 – sind von einem regelrechten Publikumsschwund betroffen. Die renommierten Sendungen „Tagesschau“ (20.00 Uhr, ARD) und „heute“ (19 Uhr, ZDF) müssen in Sachen Zuschauerzahl sogar einen neuen Tiefpunkt verzeichnen und liegen auf dem niedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre.   mehr ...

 


VOR DER BUCHMESSEN-ERÖFFNUNGDeutliches Minus im Buchhandel

In Frankfurt wird am Dienstag, 9. Oktober, die 64. Buchmesse eröffnet. Foto: peter-juelich.com

Erster Rundgang über die Frankfurter Buchmesse 2012: Während der klassische Buchhandel schrumpft, präsentiert die Frankfurter Buchmesse die neuen Medien. Längst geht es schließlich nicht mehr nur um Bücher. Es geht auch um Computerspiele, um Hörbücher.   mehr ...


Gleichberechtigung in den MedienNDR führt Männerquote ein

NDR-Intendant Lutz Marmor: 50 Prozent Frauen bleiben "strategisches Ziel"
dapd

NDR-Intendant Lutz Marmor: 50 Prozent Frauen bleiben "strategisches Ziel"

Jahrelang galt für die angestrebte Frauenquote im NDR: Die 50 muss stehen. Jetzt führt der Sender plötzlich eine 30-Prozent-Regel ein - für Frauen und für Männer. Das Journalistinnen-Netzwerk ProQuote Medien fürchtet, beim Berufseinstieg könnten nun sogar Männer bevorzugt werden:

Egal, wie wenig es mit der Realität zu tun haben mag: Für die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt Norddeutscher Rundfunk gilt seit langem das Ziel, Positionen im Haus geschlechtergerecht zu verteilen. Das Idealbild sieht vor, alle Positionen je 50-50 unter Frauen und Männern aufzuteilen.   mehr ...



Die Presse ist käuflicher als wir denken, sagt der preisgekrönte Reporter Christoph Scheuring. Seine Lösung: Er produziert Magazine für Unternehmen:
 

Das Problem, dass Journalismus eine Ware ist, mit der die Verlage Geld verdienen müssen. Journalismus ist heute nicht an erster Stelle der Aufklärung verpflichtet, sondern der Wirtschaftlichkeit.   mehr ...
 
 

 
Seit Donnerstag ist das "Gedächtnis der Nation" online - ein Mammutprojekt gegen den Verlust der persönlichen Erinnerungen an Ereignisse der deutschen Geschichte. Die Kooperation von stern und ZDF hat sich in Berlin vorgestellt:
 

"Eine Nation, die ihr Gedächtnis verliert, ist verloren." Ein schwerer, staatstragender Satz, den Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Donnerstag in der Bundespressekonferenz in Berlin von sich gegeben hat. Doch auch schlicht und ergreifend ein wahrer. Zeitzeugen sterben aus, verstummen. Das liegt in der Natur der Sache. Aber wer soll dann in einer Zeit des Informations-Overkill erzählen, wie es wirklich war?  mehr ...
 
 
 
Weiteres der Freitag: "Geschichte schreiben im Jahrhundertbus: Guido Knopp und Hans-Ulrich Jörges eröffnen ein Zeitzeugen-Projekt, das jeder im Netz einsehen kann. Inhalte kontrolliert die Redaktion."

 
 


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